Mit einem großen und musikalischen Festakt hat der Sängerbund Altenburg sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. Die Jubilare und zahlreiche musikalische Gäste unterhielten das Publikum mit Können und Vielfalt.

Singen macht Spaß, auch noch nach 150 Jahren, wie unschwer beim Jubiläumsfestakt des Sängerbunds Altenburg festzustellen war. In dem Jahr, als Alfred Nobel das Dynamit erfand und das erste Transatlantikkabel verlegt wurde, noch bevor Kaiser Wilhelm den deutschen Kaiserthron bestieg, im Jahr 1866 wurde der Sängerbund Altenburg aus der Taufe gehoben. Und am Wochenende fanden die Sänger des Jahres 2016 den würdigen Rahmen, dieses Ereignis zu feiern. Den Kirchenchor ValBenJa unter der Leitung von Gisela Palme-Giller konnten die Altenburger, nach guter, alter Tradition als Patenchor gewinnen, der musikalisch das Programm eröffnete. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Vorsitzenden Roland Bolli folgten die kurzen, prägnanten und treffenden Grußworte.

Bürgermeisterin Ira Sattler, bekanntlich selbst Chorsängerin, outete sich als Freund des Sängerbunds Altenburg und lobte dessen Energie und Leidenschaft. „Ihre Musik trifft ins Herz“, stellte sie fest und fügte an, dass der Sängerbund das Herz von Altenburg sei. Landrat Martin Kistler würdigte die fruchtbare Arbeit vieler Sängergenerationen und sieht eine gute Zukunft vor dem Verein liegen.

Maria Krug, Präsidentin des Chorverbands Hochrhein, ging auf die Geschichte der Gesangvereine ein. In der nachrevolutionären Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts hätten Gesangvereine eine politische Plattform geboten. Außerdem stellte sie fest: „Die Musik hat von allen Künsten den größten Einfluss auf das Gemüt.“ Die Vertreter der Gastvereine, Robert Binkert (Narrenzunft Altenburg), Gerold Schmitt (SV Altenburg), Matthias Wipf (Musikverein Altenburg), Peter Heer (Männerchor Lottstetten) und Hans Epp (Männerchor Baltersweil-Berwangen) überbrachten die Glückwünsche in launigen Worten.

Was dann folgte, war ein abwechslungsreiches Programm, das von Edwin Kintzi präsentiert wurde und Lust auf mehr machte. Der Sängerbund Altenburg unter der hervorragenden Leitung von Karl-Bernhard Zink zeigte mit einem Repertoire von Schubert bis hin zum rätoromanischen „Dorma bain“ seine Vielseitigkeit.

Gewohnt unterhaltsam und witzig waren „Hansi in der Bücherei“. Das a cappella Quartett produzierte, neben perfekt sitzenden Nummern so manchen Lacher beim Publikum und dass vehement Zugaben gefordert wurden, war das nur die Konsequenz. Einen ganz anderen Leckerbissen gab es aus dem Hegau: Die Jugendmusikschule Westlicher Hegau unter der Leitung von Ulrike Brachat. Was die jungen Männer und Frauen gesanglich und choreografisch auf die Bühne brachten, war aller Ehren wert.

Und dann gab es noch den ZAG-Chor, den Chor der Männerchöre des ehemaligen Zollausschlussgebiets unter Leitung von Georg Boller. Da freut man sich auf die nächsten 150 Jahre mit dem Sängerbund Altenburg.


Dieser Artikel (inkl. Teile der Fotos) wurde am 11. Dezember 2016 von Südkurier Online übernommen.

Original verfasst von Ralf Göhrig und erstmals auf Südkurier Online am 10.10.2016 um 14:58 Uhr veröffentlicht.

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